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Tue Gutes und rede darüber

von Viatico (Kommentare: 0)

Am Wochenende vom 09.01. bis 11.01.2015 war ich als Begleitperson bei einer Veranstaltung des Evangelischen Blinden- und Sehbehindertendienst Baden e. V. in Nonnenweiher bei Lahr. Ich habe dort bei verschiedenen alltäglichen Dingen geholfen. Angefangen dabei, das Essen auf den Tellern zu richten, bis zur Begleitung bei Spaziergängen. Für mich persönlich ist es wichtig, neben meiner Ausbildung etwas Soziales zu leisten und damit Menschen zu helfen. Ebenfalls ist es eine willkommene Abwechslung, um aus dem Alltag herauszukommen, denn der Perspektivwechsel tut gut und hilft einem die Gedanken zu strukturieren. Und gerade bei unserer Arbeit ist ein Perspektivwechsel eines der wichtigsten Instrumente um Kreativprozesse anzustoßen. Mir ist an diesem Wochenende einmal mehr aufgefallen, wie sehr man oft in seinem Alltag steckt und den Kopf frei bekommen muss, um auf neue Gedanken zu kommen.

Doch nun zurück zum eigentlichen Thema. Die Hürden, welche ein sehbehinderter Mensch in seinem Leben hat, sind für einen sehenden Menschen nicht immer greifbar. Wenn tiefe Pfützen, Mülltonnen auf dem Gehweg, das Einsteigen in einen Zug oder eine zu steile Treppe zu einem Hindernis werden, beginnt man nicht nur umzudenken, sondern beginnt für andere zu sehen. Ich bin nun schon seit vier Jahren bei den Freizeitwochenenden des EBS-Baden dabei und bin immer wieder von den Möglichkeiten welche z. B. moderne Technologien einem sehbehinderten Menschen bieten fasziniert. Aber auch teilweise schockiert, welche Herausforderungen es zu meistern gibt. Ein Smartphone oder ein gewöhnlicher Laptop können z. B. durch ein Sprachausgabesoftware bedient werden. Doch die technischen Hilfsmittel sind bei weitem noch nicht so weit ausgereift, dass Blinde ein annähernd unkompliziertes Leben führen können, wie es sonst jedem Sehenden möglich ist, obwohl die technischen Ressourcen hierzu größtenteils vorhanden wären. Schade!

Mir ist besonders aufgefallen, welch ein potenzial die Technik bietet und wie wenig in diese investiert wird. Denn ein blinder Mensch lebt nicht, wie es viele denken, auf dem Abstellgleis, sondern kann genauso wie jeder andere Mensch großes leisten.

Wie zum Beispiel der von blinde Leiter und Organisator der Freizeit, Gerhard Jaworek. Er ist Diplom Informatiker und ein wissenschaftlicher Mitarbeiter am KIT im Studienzentrum für Sehgeschädigte in Karlsruhe. Ebenfalls ist er ein begeisterter Astronom und Buchautor. Sein Wissen bringt er seit über 20 Jahren in die Freizeiten ein und behandelt jedes Jahr ein Thema, welches er aus Sicht des Glaubens, der Philosophie und der Wissenschaft behandelt. Das alles unter einen Hut zu bekommen ist wahrlich eine Leistung.

Die Erfahrung, welche man durch eine solche Freizeit mitnehmen kann, ist meines Erachtens ein wichtiger Schritt für die persönliche Entwicklung. Probleme, welche für Sehende nicht existieren, müssen gelöst werden, technische Hilfsmittel müssen entwickelt werden und man muss Menschen unter die Arme greifen, wenn diese unsere Hilfe benötigen.

Jonas Voss

Gerhard Jaworek und unser Auszubildender Jonas Voss

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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